Rundbrief Nummer 9 - 2022

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhalten Sie den aktuellen Rundbrief der ALG mit Informationen, Veranstaltungshinweisen und Neuigkeiten aus den literarischen Museen, Institutionen, Gedenkstätten und Gesellschaften.

Im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten vom 9. bis 11. September 2022 in Halberstadt wurden in der abschließenden Mitgliederversammlung vier neue Mitglieder in den Dachverband aufgenommen. Wir begrüßen ganz herzlich die Schubart-Gesellschaft, die Samuel Beckett Gesellschaft, das Brechthaus Augsburg und das Literaturforum Karben!

Die ALG ist nun auf 272 Mitglieder angewachsen.

Außerdem wurde der Vorstand der ALG auf der Mitgliederversammlung turnusgemäß einstimmig wiedergewählt.

Hinweis: Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Anmelde- und Reservierungsmodalitäten, mögliche Terminänderungen und Corona-Regelungen auf den jeweiligen Webseiten der Veranstalter!
Ausstellung
Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
"Ich sah ich hörte..." – Walter Höllerers Lyrik und ihre Orte

Im Dezember 2022 wäre Walter Höllerer 100 Jahre alt geworden. Wir nähern uns dem Autor und Herausgeber, Gründer des Literaturarchivs, über seine Gedichte. Zahlreiche Stationen seines Lebens und seiner Arbeit spiegeln sich in den Orten, in denen oder über die er geschrieben hat. Von seiner Heimatstadt Sulzbach-Rosenberg über den Kriegseinsatz in Griechenland, Reisen nach Rom, Paris und in die USA - immer wieder inspirierten die Landschaften und Städte Walter Höllerer zu lyrischen Werken. In der Zusammenstellung kann man umgekehrt auch die Entwicklung seiner Lyrik, die Einflüsse seiner Schriftsteller-Kollegen, das Interesse an wechselnden Formen erkennen.

Info: www.literaturarchiv.de

Datum
noch bis 23. Dezember 2022
Ort
Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
Tagung
Stefan-George-Gesellschaft
Umdichten, Nachdichten.
Varianten des (intermedialen) Übersetzens bei Stefan George und in den Nachbarkünsten

Stefan Georges erste Auswahl von Übersetzungen aus Charles Baudelaires "Fleurs du mal", 1891 in handschriftlicher Form veröffentlicht, erscheint mit dem Titel "Blumen des Bösen" und dem sprechenden Untertitel "Umgedichtet von Stefan George", später substantiviert zu "Umdichtungen". Nach 1901, mit der Arbeit an Dante Alighieris "Divina Commedia", wird George seine Übersetzungsarbeit und ihr Produkt – eher zeittypisch – Nachdichtung nennen. Dementsprechend lassen sich Praktiken des Annäherns und Aneignens im Nachschreiben und womöglich auch Überschreiben auf unterschiedliche Weise in den Blick nehmen. Die Beiträge der Tagung widmen sich darüber hinaus der ‚Übersetzung‘ poetischer Elemente und Figuren in andere Künste und Medien, wie etwa die Photographie und die museale Aufbereitung historischer Autorschaft.

Info: www.stefan-george-gesellschaft.de

Datum
4. und 5. November 2022
Ort
Stefan-George-Haus, Bingen am Rhein
Konzert
Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen-Gesellschaft
„Thorheiten meiner Leffelei“

Anlässlich des 400. Geburtstages von Grimmelshausen veranstaltet die Grimmelshausen-Gesellschaft ein Konzert mit dem ensemble_kupido. Das vierköpfige Ensemble widmet sich selten gespielter weltlicher Vokalmusik des 17. Jahrhunderts und macht diese durch experimentierfreudige und feinfühlige Gestaltung erlebbar. Das Programm „Thorheiten meiner Leffelei“ erzählt von den Irrfahrten und Liebesabenteuern des Simplicissimus. Kompositionen von Johann Hermann Schein, Andreas Hammerschmidt, Johann Erasmus Kindermann und Constantin Christian Dedekind, kombiniert mit Kapiteln aus dem "Simplicissimus Teutsch“ von Grimmelshausen, ermöglichen dem Publikum auf kurzweilige Weise einen Eindruck vom (Liebes-)Leben vor 400 Jahren.

Info: www.grimmelshausen.org

Datum
23. November 2022, 19.30 Uhr
Ort
Studiobühne der Universität Münster, Domplatz 23
Veranstaltung
Ödön-von-Horváth-Gesellschaft
Murnauer Horváth-Tage 2022
TRAU! SCHAU! WEM?

Vorhang auf für eine internationale Mischung aus Theater, Literatur, Diskussion und glanzvoller Unterhaltung in Murnau, wo Ödön von Horváth von 1924 bis 1933 in der Hauptphase seines literarischen Schaffens lebte. Das größte Festival zu Leben und Werk Horváths beleuchtet Fragen, die der Autor von Weltrang in seinen Werken stellte. Zu sehen ist u.a. Kabarett mit dem Horváth-Preisträger 2019 Josef Hader, eine Reise durch Horváths Leben und Werk mit Johanna Wokalek und Sebastian Bezzel sowie das satirische Drama „Die letzten Tage der Menschheit“ nach Karl Kraus. Für die Horváth-Gespräche haben Expert/-innen aus Deutschland, Österreich und Ungarn zugesagt.

Info: www.horvath-gesellschaft.de

Datum
11. bis 20. November 2022
Ort
verschiedene Schauplätze in Murnau am Staffelsee
Veranstaltung
Literarisches Zentrum Gießen
Heldenstadt Minsk
Artur Klinau im Gespräch mit Thomas Bohn

August 2020, Belarus. Während die Präsidentschaftswahl in vollem Gange ist, werden in Minsk immer mehr Menschen festgenommen, die gegen massive Wahlfälschungen demonstrieren. Darunter ist auch Marta, Artur Klinaus Tochter. Als er telefonisch von ihrer Festnahme erfährt, macht er sich sofort auf den Weg nach Minsk, um sie zu suchen. In Acht Tage Revolution. Ein dokumentarisches Journal aus Minsk hält Klinau die tragischen Ereignisse dieser Tage detailliert fest. »Es ist das bewegendste Buch, das über die weissrussischen Proteste im Sommer 2020 geschrieben wurde« (Neue Zürcher Zeitung). Artur Klinau ist ein belarussischer Schriftsteller, der gegenwärtig in Gießen im Exil lebt.

Info: www.lz-giessen.de

Datum
27. Oktober 2022, 19.00 Uhr
Ort
Netanya-Saal (Altes Schloss), Brandplatz 2, 35390 Gießen
Führung
Brecht-Weigel-Museum
Führung über den Dorotheenstädtischen Friedhof

Die Ruheorte aus Kunst und Kultur bekannter Frauen stehen im Mittelpunkt dieser Führung über den Dorotheenstädtischen Friedhof. Sie erzählt von den Schriftstellerinnen Christa Wolf und Annemarie Bostroem, den Künstlerinnen Beatrice Zweig und Doris Kahane, der Opernregisseurin Ruth Berghaus und vielen anderen. Mit dem Begräbnis Johann Gottlieb Fichtes vor ca. 200 Jahren erstmals in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, wird der Dorotheenstädtische Friedhof in der Folgezeit durch die Bestattung Karl Friedrich Schinkels, später mit der Beerdigung Bertolt Brechts, für Persönlichkeiten aus dem Geistesleben zum attraktiven Ruheort.

Info: www.brecht-weigel-museum.de

Datum
28. September 2022, 14.00 Uhr
Ort
Treffpunkt: Innenhof des Brecht-Hauses, Chausseestraße 125, Berlin
Stadtschreiberin
Kurt Tucholsky Literaturmuseum
Annette Leo
56. Stadtschreiberin in Rheinsberg

Seit August und noch bis Dezember 2022 ist die promovierte Historikerin und Publizistin Annette Leo Stadtschreiberin in Rheinsberg. Sie veröffentlichte unter anderem ein biographisches Buch über Erwin Strittmatter und über das "Buchenwaldkind". In Rheinsberg erforscht sie das Leben ihres Großvaters Wilhelm Leo (1886-1945).

Info: www.tucholsky-museum.de

Publikation
Forum Vormärz Forschung
Vormärz-Studien Bd. 45
Wer schrieb „Die wandernde Barrikade“? Heinrich Loose – Edmund Märklin Ludwig Pfau – Johannes Scherr und die südwestdeutsche Revolution 1849

Die Märzrevolution radikalisierte sich, als sie in Berlin und Wien längst vorbei war: Im Kampf um die Reichsverfassung nahm der deutsche Südwesten im Frühsommer 1849 die Mission der demokratischen Bewegung auf und verband sie punktuell mit sozialistischen Forderungen. Von diesem durch preußische Truppen blutig beendeten Kampf um eine deutsche Republik legt ein anonymes Büchlein sprechendes Zeugnis ab, das im Herbst 1849 in der Schweiz erschien. In rund viertausend deftigen, teils mundartlich eingefärbten Versen hält es satirisches Gericht über das Scheitern der Revolution in der Pfalz, Württemberg und Baden. Härte und Konkretheit der Auseinandersetzung haben – zusammen mit der Unklarheit über den Autor/die Autoren – bisher jede ernsthafte Beschäftigung mit der Wandernden Barrikade verhindert. Der vorliegende Band schafft Abhilfe mit einer kommentierten Edition und einer auf Archivfunde gestützten Diskussion der Autorschaftsfrage. Dabei ergeben sich erschreckende Einblicke in das Ausmaß der politischen Verfolgung vor und nach 1848 und die Not des Exils.

Info: www.vormaerz.de