Rundbrief Nummer 9 - 2021

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhalten Sie den aktuellen Rundbrief der ALG mit Informationen, Veranstaltungshinweisen und Neuigkeiten aus den literarischen Museen, Institutionen, Gedenkstätten und Gesellschaften.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.

Hinweis: Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Anmelde- und Reservierungsmodalitäten, mögliche Terminänderungen und COVID 19-Regelungen auf den jeweiligen Webseiten der Veranstalter!

Neue Mitglieder in der ALG

Am 4. September 2021 wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung vier neue Mitglieder in die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aufgenommen: Wir begrüßen ganz herzlich die International Feuchtwanger Society, die Hans-Mayer-Gesellschaft, die Georg von der Vring-Gesellschaft und die Paul-Gerhardt-Gesellschaft.

Der Dachverband zählt nun aktuell 269 Mitglieder.

Eröffnet
Deutsches Romantik-Museum

Das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt am Main wurde am 13. September 2021 mit einem Festakt feierlich eröffnet. Neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist die Daueraustellung "Romantik" zu besichtigen.

Wir suchen überall das Unbedingte und finden immer nur Dinge.“ Dieses Fragment des Dichters Friedrich von Hardenberg (Novalis) markiert das Selbstverständnis der Romantiker als Suchende und lässt erkennen, dass das Erstrebte nicht einfach zu erreichen ist. Ähnlich verhält es sich mit der Romantik selbst. Sie entzieht sich einer klaren Festlegung.

Die über zwei Stockwerke reichende Dauerausstellung zur deutschsprachigen Romantik gleicht daher einer Suchbewegung und stellt in 35 Stationen eine Schlüsselepoche der deutschen Kulturgeschichte vor. Im Mittelpunkt jeder Station stehen ausgewählte Originale aus den Sammlungen des Freien Deutschen Hochstifts. Die Geschichten, die die unterschiedlichen Stationen erzählen, berühren, überschneiden und ergänzen einander. Sie zeigen, was Romantik alles sein kann: eine Epoche der Kulturgeschichte, ein ästhetisches Programm, eine Geisteshaltung oder einfach nur ein Gefühl.

Info: www.deutsches-romantik-museum.de

Ausstellung
Winckelmann Museum
Das neue Leben des Pergamonaltars

Der Große Fries des Pergamon Altars ist… Ja, was ist er? Verstehen wir Menschen des 21. Jahrhunderts womit wir es zu tun haben? Warum gehört er zum großen Weltkulturerbe? Als im 19. Jahrhundert der Ingenieur Carl Human bei Grabungen zufällig auf die Überreste des legendären Pergamonaltars traf, öffnete sich ein gigantischer Vorhang und ließ eine neue geheimnisvolle, spirituelle Welt unserer Vorfahren erahnen. Als deutsche Gelehrte damit begonnen haben, die Fragmente dieses grandiosen Werkes, in einer Gesamtlänge von 113 Metern zusammen zu fügen, blieben viele leere Flächen übrig. Was dort dargestellt war, konnte man nur vermuten.

Das ist in Stein gehauene Pantomime“ – ein gigantisches Theaterspiel. So sieht der russische Künstler Andrey Alexander das Monument. Der Künstler hat die fehlenden Friesteile mit fotokünstlerischen Mitteln ergänzt, die bisher leeren Flächen mit Leben und Bewegung gefüllt.

Info: www.winckelmann-gesellschaft.com

Datum
noch bis 24. Oktober 2021
Ort
Winckelmann-Park und Winckelmann Museum, Stendal
Tagung
Heine Haus Hamburg
Denkmalbewegt. Hamburgs Erinnerungsvermögen. Salomon und Heinrich Heine in Hamburg

Erinnerungsvermögen braucht Kulturguthaben. Doch Hamburgs Umgang mit Denkmälern gab seit jeher Anlass zur Verwunderung: Die Hansestadt postierte Hugo Lederers Riesen-Bismarck nach dessen Entlassung als anti-wilhelminischen Schutzpatron weithin sichtbar am Hafen. Aber den viel regimekritischeren Dichter Heinrich Heine desselben Bildhauers wollte man nicht in der Innenstadt sehen. Ebenso wenig wie den zugereisten Marmor-Heine der Kaiserin Elisabeth. Ganz zu schweigen vom Onkel Salomon Heine, dem großzügigen Helfer in der Brandkatastrophe von 1842. Dessen überfällige Würdigung durch ein Denkmal hat nie zur Debatte gestanden. Bis heute mangelt es also in Hamburg an gedächtnisprägenden Gestalten, die derart 'ruhendes' Erinnerungsvermögen zu öffentlichem Bewusstsein bringen könnten. Dieses nicht hinreichend wahrgenommene Kulturguthaben soll mit der Tagung des Heine-Hauses und der Kunsthalle Hamburg aufgewertet werden.

Info: www.heine-haus-hamburg.de

Datum
21. bis 22. Oktober 2021
Ort
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
Tagung
Peter-Hacks-Gesellschaft
„Hacks in der Unterwelt“ – Das poetische Werk nach ’89
14. Wissenschaftliche Tagung

Das Ende der DDR stellte für Peter Hacks einen wichtigen Einschnitt dar. Für ihn war die politische Zäsur 1989 zugleich eine poetologische. Dennoch ist das Werk des Dichters, das nach der Maueröffnung entstand, umfangreich.

Seit seiner Übersiedlung in den sozialistischen deutschen Staat hatte Hacks auf dessen Bedeutung gebaut. Die politische Zäsur 1989 war für ihn zugleich eine poetologische. Seine Adaptionen von Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ verarbeiten die Lage, in die Hacks geraten war. Dennoch: Besonders in der ersten Hälfte der vierzehn Jahre, die Hacks nach der Maueröffnung noch lebte, entstand ein umfangreiches Werk, das alle für ihn relevanten Textgattungen umfasst.

Info: www.peter-hacks-gesellschaft.de

Datum
13. November 2021
Ort
Magnus-Haus, Berlin
Lesung
Annette von Droste-Gesellschaft
Ralf Thenior: "Die Schönheit von Pyrmont"

Der Droste-Preisträger Ralf Thenior liest aus seinem aktuellen Band „Die Schönheit von Pyrmont. Eine Begegnung mit Charlotte Wilhelmine Amalia von Donop und ihrem Gedichtzyklus“. Die Einführung übernimmt Walter Gödden, Mitglied der Droste-Gesellschaft und Geschäftsführer der LWL-Literaturkommission für Westfalen.

Die Dichterin Charlotte Wilhelmine Amalia von Donop (1721–1800) wurde im Jahr 1749 zur kaiserlich gekrönten Sängerin Westfalens gekürt; man nannte sie auch die „Westphälische Nachtigall“. Eins ihrer bekanntesten Werke ist der Gedichtzyklus „Die Schönheiten von Pyrmont“ von 1750. Nach einer ungünstigen Rezension verweigerte sie jede weitere Veröffentlichung, schrieb aber weiterhin Gedichte. Durch einen Unglücksfall verschwanden dann auch all ihre unveröffentlichten Manuskripte kurz vor ihrem Tode.

Der Dichter Ralf Thenior versucht heute, den Rätseln dieses Lebens – nicht nur in Bad Pyrmont – auf die Spur zu kommen und das bekannte Poem genau zu lesen und zu interpretieren.

Info: www.droste-gesellschaft.de

Datum
1. Oktober 2021, 17 Uhr
Ort
Haus Rüschhaus, Münster
Lesung
Marburger Literaturforum
Saša Stanišić liest aus seinem Roman „Herkunft“

Saša Stanišićs Werke bestechen immer wieder durch das Spiel mit Detailbeobachtungen, Karikatur und Ernst in Geschichten, die wie beiläufig erzählt sind und doch lange nachklingen. Bereits sein Debüt „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit seinem Roman „Herkunft“, der 2019 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, stellt der 1978 in Jugoslawien geborene, deutschsprachige Autor sich wie seine Leser vor die existenzielle Frage, was wir meinen, wenn wir von Herkunft sprechen.

Info: www.literaturforum-marburg.de

Datum
27. Oktober 2021, 19.30 Uhr
Ort
Cineplex Marburg
Veranstaltung
Internationaler Franz Fühmann Freundeskreis
Franz Fühmann und Ludwig Tiecks Novelle „Der Alte vom Berge“ - Das Bergwerk als Bild der Seele - Franz Fühmann und Ludwig Tieck

Im April 1976 plante Franz Fühmann für den Buchverlag Der Morgen folgendes Projekt: „Ich gebe mit etwa Termin August 78 einen Band Novellen von Ludwig Tieck heraus, Textgrundlage die erste Gesamtausgabe, dazu ein Nachwort. Es werden wahrscheinlich sein: Eigensinn und Laune, Das alte Buch oder die Reise ins Blaue hinein, Der Alte vom Berge, Der wiederkehrende griechische Kaiser Pietro Abano d.h. nicht alle diese, sondern wahrscheinlich drei. Welche, das wird sich aus dem ergeben, was das Nachwort wollen wird“.
Fühmanns Nachwort ist nur als Fragment erhalten, denn er gab dieses geplante Buchprojekt schließlich auf. Tiecks Novelle „Der Alte vom Berge“ (1828) soll hier im Kontext von Fühmanns Fragment „Im Berg“ näher erläutert werden. Jörg Petzel und Paul Alfred Kleinert gestalten den Abend.

Info: www.franz-fuehmann.de

Datum
22. Oktober 2021, 18 Uhr
Ort
Franz Fühmann Literatur- und Begegnungszentrum, Märkisch Buchholz
Literaturkonzert
Gerhart-Hauptmann-Museum
Undine
Mit Maurice Ravels "Ondine" und Friedrich de la Motte Fouqués "Undine"

In der Romantik ist die Sehnsucht nach der Einheit von Mensch und Natur ein oft beschriebenes Gefühl.
Fouqués Undine fasziniert durch ihr freies, unbändiges und geheimnisvolles Wesen, den aus seinen festen gesellschaftlichen Strukturen herausgeführten Ritter Huldbrand. Diese Liebe der beiden ist ein fragiles Gebilde.

Elisabeth Richter Kubbutat erzählt aus diesem romantischen Märchen lebendig und einfühlsam. Im Zusammenklang mit dem sensiblen und ausdrucksvollen Spiel der Pianistin Anna Fitzenreiter taucht der Zuhörer tief in das Geschehen ein.

Info: www.hauptmannmuseum.de

Datum
2. Oktober 2021, 17.00 Uhr
Ort
Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner
Nachlass
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Nachlass von Giwi Margwelaschwili

Der Nachlass des deutsch-georgischen Schriftstellers und Autors Giwi Margwelaschwili (1927-2020) wurde als Stiftung dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. Als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren, wurde Margwelaschwili nach dem Ende des Kriegs als Gymnasiast im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen inhaftiert und anschließend gezwungen, nach Tiflis zu übersiedeln. Hier lehrte er nach einem Germanistik-Studium von 1957-1970 am Staatlichen Institut für Fremdsprachen und schrieb in deutscher Sprache Romane. Zu seinen bekanntesten, seit 1990 in Deutschland veröffentlichten Werken zählen "Muzal. Ein georgischer Roman", "Die große Korrektur", "Der Kantakt" und die "Kapitän Wakusch-Trilogie".

Info: www.dla-marbach.de

ALG / Fouqué-Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Wie wir unlängst erst erfahren haben, verstarb im März Dr. Ulrich Schuch (1957-2021).
Ulrich Schuch war der Vorsitzende der Fouqué-Gesellschaft Berlin-Brandenburg.
1998 wurde er von der Mitgliederversammlung der ALG in Lübeck zum Rechnungsprüfer gewählt. Ab 2000 war er Beisitzer im Vorstand und von 2004 bis 2008 stellvertretender Vorstandssprecher der ALG.