Jahrestagungen der ALG

Die ALG organisiert Tagungen, die den Vertreterinnen und Vertretern von Museen und Gesellschaften die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken bieten. Einmal pro Jahr findet die Jahrestagung statt: Jedes Jahr an einem anderen Ort und mit einem anderen spannenden Themenschwerpunkt. Vorschläge für den nächsten Tagungsort und Einladungen in Ihre Region sind jederzeit willkommen!

2024Rostock

Jahrestagung 2024 in Rostock

Wir freuen uns, dass wir im Jahr 2024 in Rostock zu Gast sein dürfen! Die Tagung findet vom 13.-15. September statt. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Die Tagung umkreist, beginnend mit den Stadtspaziergängen, ein für literarische Gesellschaften und Museen unerschöpfliches Themenreservoir, das immer wieder neu vermessen, ausgeleuchtet und bewertet wird. Individuelle Leseerfahrungen werden zu realen Ortsbegehungen – oder umgekehrt – ausgeweitet; Begegnungen an außerliterarischen Schauplätzen punkten mehr oder weniger starken Anreizen von historischer Authentizität, Aura, Atmosphäre. Fiktive oder reale Lebensschicksale und -stationen von Dichterinnen und Dichtern, Autorinnen und Autoren lassen dem nahezu unerschöpflichen Reichtum des literarischen Erbes lebendige Vermittlungsmöglichkeiten und gemeinschaftliche Erlebnisse – nicht zuletzt auch im virtuellen Raum.

Die Jahrestagung beleuchtete nicht nur Spuren der Geschichte in Halberstadt und Quedlinburg, sondern präsentierte neue Initiativen zu Günter de Bruyn, Theodor Fontane und Heimito von Doderer. Das Deutsche Romantik-Museum lud zur Begegnung mit Literatur, Kunst und Musik einer Epoche ein; es wurde in diesem Jahr ausgezeichnet mit dem Hartmut-Vogel-Preis für Literaturvermittlung.

2021Berlin

Mitgliederversammlung per Videokonferenz & kleines Zusatzprogramm

Programm

Zum Austausch über die Bedingungen in der Pandemie berichteten drei Teilnehmer/-innen aus ihren Gesellschaften: die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft (Beate Kennedy), die Christian Geißler-Gesellschaft (Detlef Grumbach) und die Anna-Seghers-Gesellschaft (Hans-Willi Ohl)

Mitgliederversammlung der ALG 2020 während der COVID19-Pandemie

2019Kassel

REISEN – Fortsein vom Eigenen oder Entdeckung der Welt?

Programm

„Das ganze Unglück der Menschen rührt aus einem einzigen Umstand her, nämlich, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ Pascal, Gedanken

Ob das Reisen Glück oder Unglück bedeutet, sei einmal dahingestellt. Es handelt sich um ein großes Thema. Es gibt Reisen im eigenen Zimmer (Xavier de Maistre), Reisen in der Phantasie (Karl May), Forschungsreisen zur Entdeckung der Welt (Alexander von Humboldt), Bildungsreisen, Vergnügungsreisen und viele andere mehr. Der Katalog der Reiseliteratur der Forschungsstelle zur historischen Reisekultur an der Eutiner Landesbibliothek umfasst gut 18.000 Titel. Es wurde und wird viel geschrieben von den und über das Reisen.
Einen kleinen Einblick in das Thema gibt die Tagung der ALG. Die Spuren der Gebrüder Grimm können in Kassel erwandert werden, genauso wie die Geschichte(n) der documenta. Wir reisen durch den Buchstaben A, hören von Georg Forster und erfahren von der weltweiten Rezeptionsgeschichte der Märchensammlung der Brüder Grimm. Die Reisefeuilletons des Jungen Deutschlands sind Thema und ein Festival in Neuruppin auf den Spuren Theodor Fontanes.

Die Literaturlandschaft am Bodensee zu entdecken wird auch am Folgetag das Programm bestimmen: Auf einer Schifffahrt von Konstanz nach Gaienhofen mit einem Zwischenstopp in Gottlieben wird nicht nur die von vielen geliebte Atmosphäre des „Schwäbischen Meeres“ erlebbar, sondern es bietet sich auch die Möglichkeit zu ausführlichem Gespräch und Austausch. Besichtigungen, Führungen und Vorträge werden vielleicht die eine oder andere literarische Entdeckung bereithalten. Den Reigen beschließt am Sonnabendnachmittag die Verleihung des Hartmut-Vogel-Preises für Literaturvermittlung an den Internationalen Franz Fühmann Freundeskreis. Mit einer Lesung des Schauspielers Otto Schnelling aus Texten Franz Fühmanns (1922-1984) erhält „ein böhmischer Dichter im sozialistischen Preußen“ (Uwe Kolbe) das letzte Wort am Bodensee.

2017Wolfenbüttel

Literarische Vielfalt im Dachverband – Von Gotthold Emphraim Lessing bis Gisela Elsner

Programm

Dass die Bodenseeregion des Dreiländerecks Deutschland, Österreich und der Schweiz eine große literarische Tradition birgt, ist unbestritten. Neben vielen bekannten Dichterinnen und Dichtern wie Annette von Droste-Hülshoff, Hermann Hesse oder Carl Sternheim, Annette Kolb und René Schickele wurde und wird sie auch geprägt von Regionalgrößen wie Emanuel von Bodman, Jacob Picard oder Bruno Epple – und, nicht zu vergessen, von Schriftstellerinnen und Schriftstellern der Gegenwart, die auch überregional von einer großen Leserschaft wahrgenommen werden.
Die Vielfalt ihrer poetischen Stimmen wird in der Veranstaltung am Freitag, den 7. September 2018, im Konzil zu Konstanz zu vernehmen
sein: Dort lesen Monika Helfer (Österreich), Peter Stamm (Schweiz) und Alissa Walser (Deutschland) aus ihren Werken.
Der Auftakt der Tagung widmete sich dem im Mai 1770 in Wolfenbüttel als Bibliothekar vereidigten Gotthold Ephraim Lessing. In der Augusteerhalle der Herzog August Bibliothek wurde der Briefwechsel „Geist, Geld und Glück“ aus der Verlobungszeit von Gotthold Ephraim Lessing und Eva König vorgestellt.
Am Tag darauf folgten vier Vorträge zum Thema „Wissen und Gelehrsamkeit“ aus unterschiedlicher Perspektive. Es wurde unter anderem über „Wissen, Öffentlichkeit und Literatur in der Aufklärung“ sowie über die „Digitale Wissensvermittlung als neue Herausforderung für literarische Museen“ referiert.
Zudem nutzten ALG-Einrichtungen die Gelegenheit, ihre Gesellschaft oder ihr Museum und ein besonderes Projekt aus der jüngeren Vergangenheit vorzustellen: der Mystiker und Philosoph Jacob Böhme, die Schriftsteller Hermann Hesse und Christian Geissler sowie die Schriftstellerin Gisela Elsner wurden präsentiert.
Die abschließende Podiumsdiskussion zum Thema „Immer schneller, immer höher, immer weiter? Wie schaffen wir das alles?“ widmete sich den konkreten Rahmenbedingungen der praktischen Literaturvermittlung mit zumeist weniger Geld und häufig weniger Personal bei gleichzeitig wachsender Konkurrenz im Unterhaltungs- und Kulturangebot. Von der kleinen literarischen Gesellschaft bis zum Literaturmuseum berichteten die Vertreter von fünf Einrichtungen von ihren Erfahrungen aus der täglichen Praxis und diskutierten mit dem Publikum mögliche Lösungsvorschläge.

2016Berlin/ Frankfurt Oder

30 Jahre ALG – Festveranstaltung und Jahrestagung in Berlin und Frankfurt (Oder)

Programm

Im Rahmen der Jahrestagung lud die ALG herzlich zur Festveranstaltung am Sonnabend den 28. Mai um 20.00 Uhr in den Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin ein.
In der Lesung „Dieses ganze romanhafte Lügen… hängt mir ziemlich zum Halse heraus.“ reflektierten Autorinnen und Autoren über den Prozess des Schreibens als Gegenstand literarischer Auseinandersetzung. Aus Briefen, Tagebüchern und Aufzeichnungen von Autorinnen und Autoren entstand eine Textcollage, die einen Blick auf die Bedingungen des Schreibens wirft und zeigt, welche Schätze in den Literaturarchiven vorhanden sind. Es lasen: Richard Haus, Wanja Mues, Nina West, die Musik war vom modern notion duo.
Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, nahm ebenfalls an der Festveranstaltung teil.

2015Münster

Literatur in Szene gesetzt – Jahrestagung der ALG zum Thema Literaturausstellungen

Programm

Im Zusammenhang der zentralen Fragestellung der Tagung nutzten zahlreiche Referenten kleinerer und größerer Gesellschaften und Museen die Gelegenheit, ihre Projekte und Lösungsvorschläge kompakt in kurzen Vorträgen zu präsentieren. Außerdem hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zur ausführlichen Diskussion. Da der moderne Besucher von Ausstellungen eine eher medial orientierte Aufarbeitung des literarischen Materials erwartet, stehen Museen und Gesellschaften immer wieder vor der Frage, wie sie diesem Wunsch gerecht werden können. Dabei sollen der Charakter und der künstlerische Wert der Literatur dennoch nicht verändert oder geschmälert werden. Vor diesem Hintergrund berichteten 14 Einrichtungen von aktuellen Ausstellungsprojekten.
Hierbei spann sich der Bogen von der Wanderausstellung „Armin T. Wegner – Eine Wanderausstellung in Modulen“ der gleichnamigen Gesellschaft, über die Öffnung literarischer Archive wie das der Stadt München mit dem Thema „Monacensia im Hildebrandhaus. Von der Handschriftensammlung zum literarischen Gedächtnis der Stadt“. Darüber hinaus wurden aber
auch Neubauprojekte vorgestellt wie beispielsweise das neue Romantik-Museum in Frankfurt am Main, das unter dem Titel „Das Deutsche Romantik-Museum – Planung, Perspektiven, Ziele“ präsentiert wurde. Vielfältige weitere Projekte illustrierten die Herausforderungen, die literarische Ausstellungen mit sich bringen.

Es ist eine gern geäußerte Binsenweisheit, dass die Welt sich ständig wandle. Neben Liebe und Tod sind die Geschichten des individuellen oder gesellschaftlichen Umbruchs ein genuin literarisches Material. So könnte man fast vermuten, dass die mit Literatur Befassten auf diese Phänomene gewissermaßen gestählt reagieren und sie gelassen betrachten. Nur ist Literatur ja kein Leben, und nicht alles Leben wird Literatur.
Spätestens als der Begriff der Digital Nativs sich um die Jahrtausendwende zu etablieren begann, wurde klar, dass sich hier ein Umbruch unbekannten Ausmaßes vollzog. Mittlerweile sprechen wir von einer Mensch-Maschine-Koppelung, das fahrerlose Auto existiert bereits als Prototyp und ein Computer siegt in dem Quiz-Show-Klassiker Jeopardy.
Die Welt, in der wir leben, ist schneller geworden und technisch versierter. Die Ansprüche der Menschen sind gewachsen. In der Bundesrepublik Deutschland werden immer weniger Kinder geboren; die Alten werden immer älter, die Jungen immer
weniger, ganze Landstriche entvölkern sich. Der Fortschritt, der ehemals die Beteiligung möglichst vieler an allem und vor allen Dingen Expansion ermöglichen sollte, wird nicht mehr unumschränkt positiv gesehen. Es könnte zu Verteilungskämpfen führen, vermuten die einen. Ein Leben, dass auf immer mehr, immer höher und immer weiter baut, sei ohnehin abzulehnen, sagen die anderen. Es ist nicht mehr aufhaltbar, sagen die Dritten.
„In welcher Welt wollen wir leben?“, ist eine nun häufig gestellte Frage. Das Spektrum dabei ist weit. Neben die Totalverweigerer gesellen sich die Machbarkeitsfanatiker, neben den Empörern stehen die Angepassten, die nichts zu verbergen haben.
Welche Bedeutung haben die Veränderungen für die Vermittlung von Literatur und die Arbeit von literarischen Gesellschaften und Literaturmuseen? Was passiert mit den in Jahrzehnten gewachsenen ländlichen Strukturen, wenn immer mehr Menschen dort nicht mehr leben wollen? Wie können kleinere Einrichtungen mit dem Zwang zur Digitalisierung umgehen? Ist auch im Hinblick auf Literatureinrichtungen eine Zentralisierung zu beobachten? Dies sind beispielhafte Fragen, die im Rahmen

2013Worms

„Ze Wormez bî dem Rîne si wonten mit ir kraft“ – Ritter, Ränke, Rezeptionen

Programm

Worms gilt als eine der ältesten Städte Deutschlands – die frühere Stadtbezeichnung „Borbetomagus“ ist keltischen Ursprungs und belegt den siedlungsgeschichtlichen Ursprung weit vor der Zeitenwende. Bis in die Gegenwart atmet Worms als genius loci große historische Spiritualität: die jährlichen Hofhaltungen Karl des Großen im 9. Jahrhundert, Heinrichs Gang nach Canossa 1077, das Ende des Investiturstreits mit dem Wormser Konkordat 1122 oder die Verhängung des Kirchenbanns und der Reichsacht über Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521. Unbestritten ist die herausragende Stellung der Stadt Worms als mittelalterliches Zentrum jüdischen Lebens und bibelexegetischer Gelehrsamkeit. Der gegenwärtige starke Bezug zur mittelalterlichen Stadtgeschichte wird in den jährlich stattfindenden Nibelungenfestspielen deutlich, ist doch der Königshof in Worms Sitz der Burgunderkönige und zentraler Handlungsort im ersten Teil des mittelalterlichen Heldenepos.