Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz
Aktuelle Veranstaltungen
Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz
Carsten Gansel: »Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand«
Carsten Gansel: »Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand«
Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor
Mi. 27.5.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Als die DDR unterging, kam es fast über Nacht zur Demontage der gesamten ostdeutschen Literatur. Millionen Bücher wurden vernichtet, Verlage und Betriebe für wenige D-Mark veräußert, Bibliotheken geschlossen. Die Bewertung des schriftstellerischen Schaffens und der literarischen Werke – wie auch jener der bildenden Kunst oder des Theaters – erfolgte nicht nach ästhetischen Maßstäben, sondern nach ideologischen. Autorinnen und Autoren wurden pauschal als »staatsnah« oder »-fern« eingeteilt und aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt. Das hatte traumatische Folgen, nicht nur für die Diffamierten.
Carsten Gansel zeigt in Ausradiert? exemplarisch, warum der Westen im Osten bis heute als dominant und übergriffig empfunden wird. Er wirbt in seinem Buch für einen anderen Blick auf die DDR-Literatur und die Ostdeutschen, inklusive einer Rehabilitierung.
Von Christa und Gerhard Wolf bis Uwe Johnson, von Werner Bräunig bis Gerti Tetzner, von Brigitte Reimann bis Fritz Rudolf Fries, von Irmtraud Morgner bis Ulrich Plenzdorf, von Volker Braun bis Jenny Erpenbeck.
Moderation: Birka Siwczyk (Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz)
Das Buch erscheint am 18.03.2026 im Reclam Verlag.
Eintritt: 7 EUR/ERM. 5 EUR
Ort: Stadttheater Kamenz, Kleiner Saal


Carsten Gansel, geb. 1955 in Güstrow, war seit 1995 über Jahrzehnte hinweg der einzige Ostdeutsche auf einer Professur für Deutsche Literatur an einer westdeutschen Universität. Er lehrt an der Justus-Liebig-Universität Gießen, ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, Vorsitzender der Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Literaturpreises, der Christa-Wolf-Gesellschaft sowie Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz. Zuletzt erschienen u. a. seine Brigitte-Reimann-Biographie Ich bin so gierig nach Leben und die Neuedition von Theodor Plieviers Roman Stalingrad.
Foto: Frank Wilhelm
Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
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Lutz Rathenow: »Frohgemute Ungewissheit im Aufklärungslabyrinth« (AT)
Lutz Rathenow: »Frohgemute Ungewissheit im Aufklärungslabyrinth« (AT)
13. Kamenzer Rede in St. Annen
Do. 10.9.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Frohgemute Ungewissheit im Aufklärungslabyrinth –
das ist der vom Schriftsteller Lutz Rathenow sich auferlegte Arbeitstitel für seine Kamenzer Rede 2026. Der aus Thüringen stammende Berliner Autor mit längerem Wohnsitz Dresden hinterfragt Zusammenhänge von Poesie und Politik, praktischem Handeln, Weltbeeinflussungsplänen, Sachsen, Berlin, dem Glück des Staunens und der Worte, die dies weitertragen wollen. Warum Aufklärung eher wirkt, wenn sie sich nicht als solche verkündigt. Welcher Teil aus dem Werk Gotthold Ephraim Lessings den Redner Rathenow intensiv beeinflusst hat – eher nicht Nathan der Weise.


Foto: privat
Ort: Klosterkirche & Sakralmuseum »St. Annen« Kamenz
Lutz Rathenow wurde 1952 in Jena geboren, wo er Geschichte und Germanistik studierte. Er gründete und leitete zwei Jahre lang den »Arbeitskreis Literatur und Lyrik« bis zu dessen Verbot 1975. Erste Veröffentlichungen in der Schweiz, der DDR, in Rumänien, der Bundesrepublik, den USA. Literarischer und politischer Netzwerker zwischen literarisch-künstlerischen Szenen und der politischen Opposition in der DDR. Der Band Trotzig lächeln und das Weltall streicheln. Mein Leben in Geschichten (2022) veröffentlicht Texte aus allen Zeiten – auch der als Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (2011–2021). Seitdem sind seine Aktivitäten stark mit Sachsen verquickt. In Dresden ging er eigene Wege, versuchte Kunst, Buchförderung, Theater, Film und Literatur einzubeziehen, um Erfahrungen in, mit und nach der DDR nachvollziehbar zu gestalten.

