Informationen zur Vergabe von Fördermitteln für literarische Projekte, den Förderrichtlinien und dem Förderverfahren
Reguläre Projektförderung
Die ALG fördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien literarische Projekte, die geeignet scheinen, die Wirkung einer/ eines historischen oder zeitgenössische Autorin/ Autors oder eines literarischen Genres in der Öffentlichkeit zu verbreiten und zu vertiefen. Vorrangiges Kriterium ist dabei, ob das beantragte Projekt eine breite literaturinteressierte Öffentlichkeit ansprechen kann.
Es besteht für Mitgliedseinrichtungen der ALG und andere literarische Gesellschaften und Literaturmuseen die Möglichkeit, Zuschüsse für Lesungen, Literaturtage, Kongresse, öffentliche Symposien, Diskussionen, Aufführungen, Ausstellungen, Publikationen, Apps, Websites und andere Formen der Literaturvermittlung zu erhalten.
Anträge können literarische Gesellschaften, Literaturmuseen und literarische Gedenkstätten stellen. Das Reguläre Förderverfahren ist Mitgliedseinrichtungen der ALG vorbehalten. Im Vereinfachten Förderverfahren ist eine einmalige Förderung für Nicht-Mitglieder möglich. Die ALG vergibt ausschließlich institutionelle Projektförderung.
Sollten Sie eine Beratung wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Die Antragstellung kann per E-Mail in elektronischer Form erfolgen. Bitte reichen Sie Ihren Förderantrag in einer zusammenhängenden Datei als pdf oder jpeg ein.
Vereinfachtes Förderverfahren
Das primäre Ziel der ALG bei der Einrichtung des sogenannten »vereinfachten Förderverfahrens« der Projektförderung ist es, mehr Veranstaltungen als bisher in einem fortlaufenden Bewilligungsverfahren zu fördern und damit die Vielfalt des literarischen Lebens noch stärker als bisher zu unterstützen.
Schwerpunkt sind dabei Veranstaltungen, die unter der geltenden Mindestfördergrenze des regulären Förderverfahrens von 1.000 € (als Einzelveranstaltung) liegen. Das bisherige Förderverfahren bleibt unberührt und wird durch das vereinfachten Förderverfahren lediglich erweitert und im unteren Zuwendungsbereich flexibilisiert.
Das Vereinfachte Förderverfahren steht ALG-Mitgliedern sowie Nicht-Mitgliedern offen. Nicht-Mitgliedern kann eine einmalige Förderung gewährt werden.
Sollten Sie eine Beratung wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Die Antragstellung kann per E-Mail in elektronischer Form erfolgen. Bitte reichen Sie Ihren Förderantrag in einer zusammenhängenden Datei als pdf oder jpeg ein.
FAQs
Die ALG vergibt ausschließlich institutionelle Projektförderung. Die institutionelle Projektförderung ist ein Finanzierungsinstrument, bei dem Fördergeber eine Organisation mit Mitteln versorgen, um deren Kosten für ein einzelnes, zeitlich und inhaltlich abgegrenztes Vorhaben zu decken. Die Förderung kann nicht an einzelne Personen vergeben werden, sondern nur an Organisationen/ Einrichtungen.
Das Reguläre Förderverfahren ist Mitgliedseinrichtungen der ALG vorbehalten.
Das Vereinfachte Förderverfahren steht ALG-Mitgliedseinrichtungen und Nicht-Mitgliedern offen.
Reguläre Förderung (ALG-Mitgliedern vorbehalten): bis zum 31. Juli des Vorjahres oder bis zum 31. Januar des Projektjahres
Förderung vereinfachtes Verfahren (für alle): fortlaufend
Projektförderung im Rahmen des Projektes „Wortwächter – Geschichten von Zensur, Mut und Demokratie“: fortlaufend
Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen bei der Antragstellung sowie bei der Abrechnung. Melden Sie sich dazu per E-Mail oder telefonisch in der Geschäftsstelle.
Gerne können wir auch einen individuellen Beratungstermin per Telefon, Teams oder vor Ort vereinbaren.
Alle Formulare und Vorlagen finden Sie unter Downloads.
Die ALG fördert aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Projekte, die geeignet scheinen,
- die Wirkung einer/ eines historischen oder zeitgenössische Autorin/ Autors
- oder eines literarischen Genres in der Öffentlichkeit zu verbreiten und zu vertiefen.
Vorrangiges Kriterium ist dabei, ob das beantragte Projekt eine
- breite literaturinteressierte Öffentlichkeit ansprechen kann.
Die spezifischen Fördergrundsätze sind in den Förderrichtlinien nachzulesen. Schauen Sie sich untenstehend auch die geförderten Projekte des Vorjahres an oder das ALG-Projektarchiv.
Projektförderung im Rahmen des Projektes „Wortwächter – Geschichten von Zensur, Mut und Demokratie“ erfolgt unter eigenen Fördergrundsätzen, die Sie den Förderrichtlinien entnehmen können.
Die ALG vergibt ausschließlich institutionelle Projektförderung. Die Förderkriterien unterscheiden sich je nach Projekthaushalt. Bitte entnehmen Sie die einzelnen Förderkriterien den Förderrichtlinien für
- die reguläre ALG-Projektförderung
- das vereinfachte Förderverfahren der ALG
- das Projekt „Wortwächter – Geschichten von Zensur, Mut und Demokratie“
Die Reguläre Projektförderung ist Mitgliedseinrichtungen der ALG vorbehalten. Das Vereinfachte Förderverfahren steht ALG-Mitgliedseinrichtungen sowie Nicht-Mitgliedern offen. Nicht-Mitgliedern kann über das Vereinfachte Förderverfahren einmalige Förderung gewährt werden.
Sie können Ihren Förderantrag per E-Mail oder oder per Post einreichen. Wir bevorzugen die elektronische Form. Bitte reichen Sie Ihren Förderantrag in einer zusammenhängenden Datei als pdf oder jpeg ein.
Im Anschluss erhalten Sie eine Eingangsbestätigung per E-Mail. Über die Förderentscheidung werden Sie ebenfalls per E-Mail benachrichtigt.
Förderverträge werden per Post verschickt.
Der Verwendungsnachweis kann per E-Mail eingereicht werden (Unterschrift notwendig).
Geförderte Projekte
Christoph Martin Wieland-Stiftung Biberach
Dauerausstellung „Christoph Martin Wieland – Dichter und Kanzleiverwalter in Biberach“
Das Wieland-Gartenhaus wurde 2009 mit der Dauerausstellung „Christoph Martin Wieland – Dichter und Kanzleiverwalter in Biberach“ wiedereröffnet. Nach rund 15 Jahren ist es nun an der Zeit, die Ausstellung zeitgemäß zu überarbeiten und damit das Wieland-Gartenhaus zukunftsfähig zu machen. Das Gartenhaus ist ein authentischer literarischer Ort, denn hierhin zog sich Wieland zurück, um sich von der Muse küssen zu lassen und zu schreiben. In 2025 wird das Ausstellungskonzept erarbeitet, das in 2026 umgesetzt werden soll.
Stiftung Kleist-Museum
interdisziplinäre Jahrestagung „[A]uf Töne bezogen. Musik im Werk Heinrich von Kleists“
Die interdisziplinäre Jahrestagung „[A]uf Töne bezogen. Musik im Werk Heinrich von Kleists“ der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft wird als Kooperationsveranstaltung von der Stiftung Kleist-Museum ausgerichtet. Im Fokus stehen Formen der Musik in Kleists Werk, Kleists musikalische Gestaltung der Sprache sowie die breite Kleist-Rezeption in Instrumentalstücken und Opern. Das Tagungsformat wird durch weitere Programmpunkte (Ausstellungsführung, Musikdarbietung, Komponistengespräch) für ein breiteres Publikum geöffnet.
Seit ihrem Beginn 1998 haben sich die Murnauer Horváth-Tage zu einer Veranstaltung mit internationaler Ausstrahlung entwickelt. Das weltweit einzige Kulturprogramm dieser Art verbindet aktuelle Entwicklungen der Horváth-Forschung mit ihrer konkreten Anwendung in den Künsten und zeigt so moderne Perspektiven einer lebendigen Literaturvermittlung auf.
Namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler, ein eingespieltes Kreativteam und renommierte Wissenschaftler bürgen für die Qualität und präsentieren Murnau als Ort integrativer literarischer Auseinandersetzung und inspirierender kultureller Begegnungen. 2025 gibt es ein doppeltes Jubiläum zu feiern: Zum zehnten Mal finden die Murnauer Horváth-Tage statt, zum fünften Mal wird im Rahmen des Festivals der Ödön-von-Horváth-Preis der Ödön-
von-Horváth-Stiftung verliehen.
TRÄUM WEITER! — das Motto der Murnauer Horváth-Tage 2025 — ist Horváths selten gespieltem Stück Himmelwärts entnommen. Es thematisiert, wie Menschen versuchen, sich zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle zurechtzufinden. Dabei kann TRÄUM WEITER! in vielerlei Hinsicht verstanden werden: als ironischer Kommentar auf vergebliche Bemühungen, als Ermutigung, sich seine Träume trotz aller Widrigkeiten nicht nehmen zu lassen, oder als Aufforderung, seine Träume zu erweitern, sie noch konsequenter zu durchdenken und zu verfolgen.
In diesem Sinne soll ein einwöchiges Kulturprogramm mit Theater, Konzert, Horváth-Gesprächen, Tanztheater, Jugend- und Inklusionsprojekten stattfinden.
Günter Grass-Haus
Zwischen Verdrängung und Verantwortung:
Günter Grass und die deutsche Erinnerungskultur
Im Rahmen unseres geplanten Veranstaltungsprogramms möchten wir eine Diskussionsrunde und Lesung zu Dr. Herwigs Buch „Die Flakhelfer: Wie aus Hitler jüngsten Parteimitgliedern Deutschlands führende Demokraten wurden“ über deutsche Nachkriegsgeschichte organisieren, um die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte, gesellschaftlicher Verantwortung und literarischer Verarbeitung zu beleuchten. Es sollen passende Texte von Günter Grass und Martin Walser gelesen werden. Hiermit möchten wir dazu beitragen, das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu stärken und die Erinnerungskultur in unserer Gesellschaft lebendig zu halten.
Gerhart Hauptmann-Gesellschaft
internationales Symposium zu Gerhart Hauptmanns Arbeit für das Theater
Diese internationale interdisziplinäre Tagung vereint etablierte und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland, die im Bereich der Literaturwissenschaften, Germanistik und Theaterwissenschaften beheimatet sind. Die Konferenz wird in der Freien Universität in Berlin stattfinden und über zwei Tage laufen.
Das Symposium wird unter dem thematischen Schwerpunkt neue Perspektiven auf einen Klassiker der Moderne stehen. Der Fokus liegt auf der Relevanz von Gerhart Hauptmann auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen.
Lesung mit Tanzvortrag „Lauter ewige Lieben“ im Schlossmuseum Sondershausen in Thüringen. Der Schauspieler Timo Ben Schöfer liest aus der Liebeslyrik von Erasmus Schöfer (aus dem Band „Sisyfos‘ Lust“); drei passend zu Gedichten erstellte Soli (Choreografie: Gisela Sonnenburg) werden von der professionellen Ballerina Daria Suzi live getanzt. Die Musik kommt von Jochen Brusch (Tonaufnahmen). Die Veranstaltung verbindet antikes Bildungsgut mit barockem Lebensgefühl und zeitgenössischen Utopien von Liebesbeziehungen, wie sie von Erasmus Schöfer in seinen Gedichten assoziiert und vorgestellt werden. Sinnlichkeit und Nachdenklichkeit, Werte wie Freundschaft, Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit und Zukunftsdenken prägen seinen Weltentwurf.
Die Diskrepanz zwischen Lektürewünschen der Kinder und Jugendlichen auf der einen und dem Leseangebot durch Schulen auf der anderen Seite sowie das immer wieder konstatierte mangelnde Interesse von Kindern und Jugendlichen am Lesen insgesamt ist Anlass gewesen deutschlandweit zu Beiträgen über das lesefördernde Potenzial phantastischer Literatur aufzurufen. Im Rahmen einer Tagung am 14. und 15. November 2025 möchten wir dies einem größeren Publikum zugänglich machen und außerdem praktisch zeigen, wie großartig gut vorgetragene phantastische Literatur dazu geeignet ist, das Interesse und die Leselust von Kindern zu wecken.
Heine-Haus Hamburg
Szenische Lesung: ein literarisch-musikalisches Tischgespräch in der Hamburger Kunsthalle ,,Zu Gast bei Salomon Heine“.
„Zu Gast bei Salomon Heine“ ist eine literarisch-musikalische Soirée, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Heine-Haus e. V. am 16. Oktober 2025 in der Hamburger Kunsthalle aufgeführt wird. Im Zentrum steht ein szenisches Tischgespräch, das Leben, Persönlichkeit und Netzwerk des Hamburger Bankiers Salomon Heine in den Fokus rückt – mit besonderem Blick auf seine prägende Beziehung zu seinem Neffen, dem jungen Heinrich Heine.
Ernst-Toller-Gesellschaft
Ernst Toller heute – aus Sicht von Schriftsteller*innen der Gegenwart sowie aus der Forschung:
Begleitprogramm zur Verleihung des Ernst-Toller-Preises 2025, Filmvorführung einer Toller-Adaption, wissenschaftlicher Vortrag sowie Präsentation der neuen Toller-Biographie
Unter dem Titel „Ernst Toller heute“ plant die Toller-Gesellschaft 2025 mehrere länderübergreifende Veranstaltungen, die das Werk und Wirken Tollers aus der Sicht von Schriftsteller*innen der Gegenwart sowie aus Sicht der aktuellen Forschung in den Fokus rücken: Begleitprogramm zur Verleihung des Ernst-Toller-Preises 2025, Filmvorführung einer Toller-Adaption, wissenschaftlicher Vortrag sowie Präsentation der neuen Toller-Biographie.
Berliner Literarische Aktion
„Multiliterarische KELLER-REVUE“ Cross-Over-Format für Autor:innen, Dichter, Songpoet:innen
Ein Cross-Over-Format für Autor:innen, Dichter, Songpoet:innen: Abende aus drei Komponenten: Lesung (Prosa), Rezitation (Lyrik) und Lied – von drei verschiedenen Gästen. Mit hoher literarischer Dichte: Kein Talk, nur Text! Beiträge zu 10 Minuten wechseln sich dreimal ab, alle Gäste kommen dreimal zu Wort: Live und digital. Durch Streaming/Videos bei möglichen 40 Live-Besuchern mindestens 300 Zuschauer pro Abend. Ein beliebtes, zeitgemäßes, generationsübergreifendes Literaturformat: Wir möchten den nicht-kommerziellen Charakter niederschwellig und barrierefrei weiterentwickeln.
Im Jahr von Rainer Maria Rilkes 150. Geburtstag richtet die Rilke-Gesellschaft in seiner Geburtsstadt Prag mit einer großen Tagung den Fokus auf die europäische Dimension von Rilkes Leben und Werk – kaum ein anderer Dichter des frühen 20. Jahrhunderts war in einem so facettenreichen Sinn ein emphatischer Europäer. Die Tagung wird mit einem Festvortrag der norwegischen Autors Karl Ove Knausgård eröffnet und ist international besetzt; der ‚Jungen Rilke-Forschung‘ wird ein eigenes Panel gewidmet.
Wissenschaftliche Tagung zu Werkcharakteristiken, Position im literarischen Feld seiner Zeit sowie zu Claudius‘ literarischem Einfluss auf Autorinnen und Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, mit dem Ziel einer Neupositionierung des Autors in der Forschung zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.
Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft
Gestaltung und Umsetzung einer Website und einer App zu den Lebensstationen Stefan Heyms in Chemnitz
Geplant ist die Gestaltung und Umsetzung einer Website und einer App zu den Lebensstationen Stefan Heyms in Chemnitz. Die Website und App wird als linearer Rundgang gestaltet, die eine Einführung und eine Listenansicht zu den Orten enthalten. An den einzelnen Stationen werden historische Bilder
und Fotos von Stefan Heym gezeigt. Mithilfe eines Audioplayers werden die Orte erläutert. Außerdem können Texte Heyms aufgerufen werden, die die jeweilige Lebenssituation darstellen.
Internationale Johannes-Bobrowski-Gesellschaft
Wie muß eine Welt für ein moralisches Wesen beschaffen sein?
Bobrowskis Wiederentdeckung des Revolutionärs und Dichters C. U. Boehlendorff als Schreibimpuls für Christa und Gerhard Wolf
Beflügelt von den Idealen der Französischen Revolution gehörte der vor 250 Jahren geborene Casimir Ulrich Boehlendorff zu den jungen Dichtern und
Intellektuellen um Hölderlin, die nach einer solidarischen Gesellschaftsform strebten. Er schrieb Gedichte und Dramen, erlebte die Revolution in der Schweiz, irrte viele Jahre mittellos durch das Baltikum und bis nach Charkow. 1964 setzte Johannes Bobrowskis Erzählung „Boehlendorff“ dem Gescheiterten und völlig Vergessenen ein literarisches Denkmal. Sie öffnete für die Literatur der DDR die Tür zur Romantik, ihr Thema und ihr montageartiger recherchierender Stil regten das Schreiben von Christa Wolf und Gerhard Wolf nachdrücklich an. Das Gespräch geht den Traditions- und Inspirationslinien zwischen den vier Autor:innen und ihren Texten nach.
Die Veranstaltung findet am 15.9.2025 um 19.00 Uhr aus Anlass des 250. Geburtstages und des 200. Todestages des Dichters und Revolutionärs Casimir
Ulrich Boehlendorff im Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin-Mitte statt.
Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen-Gesellschaft
Lust, Drogen, Rausch. Zur Dialektik von Moralität und Devianz im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Epoche.
Tagung der Grimmelshausen- Gesellschaft
Im Mittelpunkt der Tagung zum genannten Thema stehen Werke des simplicianischen Erzählers und weiterer Literaten der Frühen Neuzeit.
Auszugehen ist von der Tatsache, dass gerade Grimmelshausens komplexes Weltbild und seine ästhetische Vielfalt dadurch bewirkt werden, dass die Suche nach dem wahren Christentum ständig unterminiert und vereitelt wird: nicht nur durch offenkundige ‚Laster‘ und Verbrechen, sondern auch durch Attraktionen der ‚Wollust‘ im Sinne einer mehr oder weniger groben Epikureischen interessegeleiteten Lebensweise. Suchtmittel wie Alkohol, aber auch Tabak (so schon im Satyrischen Pilgram), dazu sexuelle Libertinage oder Formen der praktischen Freigeisterei zeigen im Œuvre Grimmelshausens und weit darüber hinaus ihre Wirkungen bis hin zur ‚Ent-Menschlichung‘; moralische Schranken, Normen und Konventionen werden unterlaufen oder zerfallen. Erst auf diesem Hintergrund lassen sich dialektisch Botschaften einer gelungenen moralischen Lebensführung modellieren. Warum wird im 17. Jahrhundert so oft und so nachdrücklich von Tugenden geredet? Doch wohl auch deshalb, weil Verstöße, Auflösungen und Abweichungen jedweder Art an der Tagesordnung sind und ihre Reize verströmen, nicht nur im Gefolge des großen Krieges.
Die Tagung wird Begründungen und Darstellungsmuster dieser in Theorie und Lebenspragmatik ausgetragenen Spannungen im Erzählkosmos Grimmelshausens und in kontemporären literarischen Werken (z. B. auch in Predigten, Satiren und Dramen) der Epoche untersuchen sowie erprobte Schemata der Lasterschelte kritisch befragen. Dabei sind neue Erkenntnisse für die Grimmelshausen-Forschung und darüber hinaus für die literaturwissenschaftliche Forschung zur Frühen Neuzeit zu erwarten.
Ab Juli 2025 bis Juni 2026 plant das Hans-Fallada-Museum in seinem Scheunensaal eine Sonderausstellung des Titels „Bühne frei für Fallada“ zu zeigen. In dieser Sonderschau sollen Theaterplakate zu Fallada-Stücken aus mehreren Jahrzehnten präsentiert werden.
Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum
Wunderbilder und Träume –
Sophie Tiecks Märchen gestaltet von Henrik Schrat
Sophie Tieck-Bernhardi (1775-1833) schrieb fantastische Geschichten, denen sie den Titel „Wunderbilder und Träume in elf Märchen“ (1802) gab. Diese Texte hat der Künstler Henrik Schrat (*1968) als Bezugspunkt für Tuschezeichnungen gewählt, die sowohl an die Technik des Schattenrisses als auch an das Genre der Graphic Novel erinnern und die Handlung in die Gegenwart verpflanzen. Die Ausstellung zeigt diese Arbeiten erstmals öffentlich – und zwar in einem vom Künstler selbst gestalteten Ambiente.
Georg Brandes-Gesellschaft für Literaturvermittlung und Kulturtransfer
Lesung und Pop-Up-Ausstellung zur Graphie Novel Alles ist DADA. Emmy Ball-Hennings mit Fernando Gonzalez Virias
Die Georg-Brandes-Gesellschaft für Literaturvermittlung und Kulturtransfer veranstaltet in Kooperation mit der neu gegründeten Emmy Hennings-Gesellschaft für Kulturaustausch e. V. eine Lesung am 12. Juni 2025 und Pop-Up-Ausstellung (10-15. Juni 2025) zur Graphic Novel „Alles ist DADA. Emmy Ball-Hennings“ mit Fernandez González Viñas, dem Autor des Buches.
Die Lesung fügt sich in den Rahmen des Kulturfestivals ein, das anlässlich von Emmy Hennings 140. Geburtstag von der Emmy Hennings-Gesellschaft für Kulturaustausch e. V. organisiert und vom 10.-15. Juni 2025 in der Stadt Flensburg stattfinden wird.
Georg Brandes-Gesellschaft für Literaturvermittlung und Kulturtransfer
Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz
Festvortrag von Ingo Schulze zum 125. Geburtstag von Anna Seghers
Anlässlich des aufmerksamkeitserregenden 125. Geburtstags der Schriftstellerin Anna Seghers soll eine Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz abgehalten werden, bei welcher ein ausführlicher ‚Festvortrag‘ mit dem bekannten Autor Ingo Schulze geplant ist, welcher nicht nur Präsident der Akademie für Sprache und Dichtung ist, sondern außerdem im letzten Jahr einen vielbeachteten Band mit Erzählungen von Seghers im Aufbau Verlag veröffentlicht hat.
Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Anna-Seghers-Gesellschaft soll Herr Schulze in einem etwa 45-minütigen Vortrag auf die aktuelle Bedeutung des Werks von Anna Seghers eingehen, wobei es im Nachhinein die Möglichkeit geben soll, mit ihm über seine Thesen zu diskutieren.
Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft
150 Jahre Thomas Mann:
Grenzüberschreitungen – Thomas Mann international
Am 06. Juni 2025 hätte Thomas Mann seinen 150. Geburtstag begangenen. Die Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft (DTMG) möchte dies zum Anlass und Ausgangspunkt nehmen rund um dieses Datum eine große, internationale Tagung zu veranstalten. Unter dem (Arbeits)Titel „150 Jahre Thomas Mann: Grenzüberschreitungen – Thomas Mann international“ widmet sich die Gesellschaft in verschiedenen Sektionen sowohl dem literarischen Werk als auch dem biografischen Kontext. Dabei werden Wissenschaftler:innen wie auch Autor:innen mit ihrem persönlichen Blick auf den Autor zu Wort kommen.
GRIMMWELT Kassel
Intervention in der Dauerausstellung zu den Handexemplaren der Kinder- und Hausmärchen
Das Herzstück der Dauerausstellung der GRIMMWELT stellen die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen dar, die 2005 in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen wurden. Anlässlich dieses 20. Jubiläums ist eine Intervention in der Dauerausstellung geplant, die eine tiefere inhaltliche sowie spielerische Vertiefungsebene für verschiedene Zielgruppen anbietet. Dies soll mit Hilfe eines Filmes, einer digitalen Vermittlung in einem Medientisch sowie eines Quiz umgesetzt werden.
Die wesentliche Aufgabe des Raabe-Haus: Literaturzentrum Braunschweig ist neben der Pflege des literarischen Erbes des Braunschweiger Schriftstellers Wilhelm Raabe, auch die Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Literatur. In Bezug auf Letzteres möchten wir für ein breiteres Publikum, insbesondere für junge Erwachsene, sichtbarer in der (Kultur-)Region Braunschweig werden.
In diesem Sinne sollen in Kooperation mit dem Allgemeinen Studentischen Ausschuss der TU Braunschweig (AStA) und dem Braunschweig-Kolleg mehrere zeitgenössische Autor*innenlesungen mit moderiertem Nachgespräch organisiert werden.
Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft
20 Jahre Wilhelm Lehmann Tage Eckernförder
Moderne englische und deutsche Lyrik im Dialog – wechselseitige Einflüsse im 20. und 21. Jahrhundert
Das Jubiläum 20 Jahre Wilhelm-Lehmann-Tage Eckernförder findet unter dem Motto „Wilhelm Lehmann und das Englische“ und dem Titel „Moderne englische und deutsche Lyrik im Dialog – wechselseitige Einflüsse im 20. und 21. Jahrhundert“ statt. Vortrag, literarische Lesungen und Diskussionen legen einen Fokus auf das Übersetzen von Lyrik. Mit Heinrich Detering, Michael Hofmann und Jan Wagner sind drei Dichter und Übersetzer von englischer und deutscher Lyrik zu einem Symposium und einem Workshop eingeladen.
XXV. Else Lasker-Schüler-Forum aus Anlass der 80. Wiederkehr der Befreiung von der NS-Diktatur sowie des 80. Todesjahrs von Else Lasker-Schüler und Anne Frank. Erstmals stellt sich eine deutsche Literaturgesellschaft programmatisch in den Niederlanden mit einem kulturellen Veranstaltungsprogramm gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus vor. Dabei wird (mit Bezügen zur Gegenwart) mit Vorträgen, Schriftsteller-Lesungen und Bühnenprogrammen auch an Autoren und Komponisten erinnert, die in den Niederlanden im Exil waren oder mit dem Thema Zwangsarbeit in Deutschland zu tun haben
Das in seiner Art einzigartige Festival zur Literatur und Wissenschaft des Komischen bietet literarische und sprachkünstlerische Darbietungen der Komik in unterschiedlichen Formaten. Innovativ sind unter komischen Vorzeichen u.a. die Veranstaltungen „Textbomben“, „Cartoons After Work“ und ein Live-Hörspiel. Auch das durch die Stiftung Brückner-Kühner seit 2023 betriebene HÖR.SPIEL Museum wird während des Festivals Familienführungen anbieten. Eingebunden sind eine interdisziplinäre, humorwissenschaftliche Fachtagung zum Thema „Komik und Arbeit“ sowie die Verleihung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor.
Forum Allmende
Dr. Mabuse und der Bodensee:
Die literarische Welt von Norbert Jacques im Hesse Museum Gaienhofen
Im Frühjahr 2025 widmet die literarische Gesellschaft Forum Allmende ihre neue Ausstellung im Hesse Museum Gaienhofen dem Autor Norbert Jacques. 1880 in Luxemburg geboren, ist er allenfalls noch als Erfinder des „Dr. Mabuse“ bekannt, der bis heute in der Populärkultur präsenten Schurkengestalt.
Einen Großteil seines Lebens verbrachte er am Bodensee – in Bodman, Überlingen, Romanshorn, Salenstein, Kreuzlingen und Schlachters bei Lindau. Dort hatte er auch ein Erlebnis, das ihn auf die Idee zu seiner bekanntesten Romanfigur „Dr. Mabuse“ brachte, wie wir in seiner umfangreichen Autobiografie „Mit Lust gelebt“ erfahren. Jacques war äußerst produktiver Autor lebendiger und sensibler Berichte, Erzählungen und Feuilletons, die sich Orten und Landschaften am Bodensee widmen und ihn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum literarischen Chronisten des Bodensees schlechthin machen. Im regionalen kulturellen Leben war Jacques eine der prägenden Persönlichkeiten – so war er in den 1920er Jahren Herausgeber des „Bodenseebuches“ und Mitinitiator der internationalen Künstlervereinigung „Der Kreis“.
Diese Bodenseebezüge stellt die Ausstellung ins Zentrum; aus dem Nachlass von Norbert Jacques im „Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass“ der Universität des Saarlandes werden Texte, Briefe, Bilder und Dokumente präsentiert. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch, das als Anthologie mit Texten von und über Norbert Jacques angelegt ist und heutigen Leserinnen und Lesern einen exemplarischen Einblick in das Leben und das umfangreiche Werk des 1954 verstorbenen Autors ermöglicht.
Kurator der Ausstellung ist der Literaturwissenschaftler Dr. Hermann Gätje von der Universität Saarbrücken.
Die Ausstellung wird begleitet und ergänzt durch Vorträge bei den Partnerorganisationen Bodmanhaus / Literaturhaus Thurgau und Franz-Michael-Felder-Archiv / Landesarchiv Bregenz.
Brecht arbeitete lebenslang gern mit Notizbüchern. Hier notierte er – neben mehr oder minder Belangvollem – erste Ideen und Entwürfe für seine Werke. Inzwischen liegen 7 von geplant 14 Bänden der hochwertig edierten Notizbücher Brechts im Druck vor (Suhrkamp 2010ff.), so dass sich Gelegenheit bietet, eine Zwischenbilanz zu ziehen und a) nach der Relevanz von Brechts Notizbüchern und b) von Notizbüchern für andere Schriftsteller*innen zu fragen. Das ist das Ziel der Projektwoche im Februar.
Schubart-Gesellschaft e.V.
Abend mit Tahir Hamut Izgil:
‚In Erwartung meiner nächtlichen Verhaftung‘
Geplant ist ein Abend mit dem uigurischen Dichter und Schriftsteller Tahir Hamut Izgil im Literaturhaus Stuttgart. Im Frühjahr erschien sein viel beachtetes Buch ‚In Erwartung meiner nächtlichen Verhaftung‘ (Hanser Verlag; zuerst Penguin Books 2023); es thematisiert den kulturellen Genozid der Uiguren, die durch das chinesische Regime verfolgt, interniert und gefoltert werden. Izgil erzählt von der Macht von Kunst in einer ausweglos scheinenden Situation.
Fortsetzung des Podcasts „Fünf Minuten Goethe“ in 12 Folgen. Aus bereits eingegangenen und neuen Publikumsfragen, die über eine Aktion in den sozialen Medien gewonnen werden, werden 12 von Expertinnen und Experten beantwortet und zu unterhaltsamen Hörfolgen verarbeitet, die sowohl an ein schulisches und studentisches als auch ein breiteres Publikum addressiert sind. Die Folgen werden im Lokalradio gesendet und dauerhaft über die eigene Webseite und einschlägige Podcastplattformen angeboten.
Immermann-Gesellschaft e.V.
Immermann Jubiläum 2025, Theateraufführung “Lebende Bilder”
Anlässlich des 185. Todestages, zum Immermann-Jubiläum 2025, finden Veranstaltungen statt, die auf Immermann in seinen wichtigsten Wirkungsorten Magdeburg und Düsseldorf hinweisen sollen.
Es soll eine Aufführung von „Lebenden Bildern“ und eines Theaterstücks geben, das anlässlich der damaligen Eröffnung des Grupello-Theaters 1834 gezeigt und von Immermann verfasst wurde – als Erinnerung erwacht nicht die Jan Wellem-Statue zum Leben, sondern die Immermann-Statue am Schauspielhaus in Düsseldorf und mit den Figuren Architekt sowie Assistent wird das Publikum in die „Lebenden Bilder“ einbezogen, indem es Fotos machen und diese auf Social Media posten kann.





























